Hasami Shogi: Die minimalistische Eleganz des japanischen „Zwickmühlenspiels“
In der Welt der Brettspiele gibt es oft die Tendenz zu immer komplexeren Regeln und Materialschlachten. Doch manchmal liegt die wahre Meisterschaft in der Reduktion. Ein perfektes Beispiel dafür ist Hasami Shogi, eine der populärsten Varianten des klassischen japanischen Schachs (Shogi). Während das „große“ Shogi für seine komplexen Figuren-Drops und Beförderungsregeln bekannt ist, besticht Hasami Shogi durch eine fast meditative Klarheit, die dennoch eine enorme strategische Tiefe bietet.
Mehr als nur „Schere, Stein, Papier“: Das Wesen des „Scissor Chess“
Der Name „Hasami“ leitet sich vom japanischen Wort für „Einklemmen“ oder „Sandwiching“ ab. Im englischsprachigen Raum wird es daher oft treffend als „Scissor Chess“ bezeichnet. Es ist ein Spiel des reinen Manövrierens. Anders als im Standard-Shogi gibt es hier keine unterschiedlichen Figurentypen mit komplexen Bewegungsmustern – alle Steine agieren nach demselben Prinzip, was den Fokus vollkommen auf die Geometrie des Spielfelds lenkt.
Ein Spiel zwischen Samurai-Tradition und Schulhof-Klassiker
Historisch wird Hasami Shogi oft mit der Atmosphäre der kriegführenden Staaten Japans (Sengoku-Zeit) in Verbindung gebracht. In modernen Editionen wird das Spielgeschehen sogar manchmal metaphorisch in die Zeit der Schlacht von Nagashino 1575 eingebettet, wobei man sich zwei rivalisierende Samurai-Clans vorstellt, die um Territorium kämpfen.